12.04.2013
Event

.... und weiter ging’s bei „Wer wird Millionär?“


Die erste Hürde war genommen und ich saß auf dem Stuhl bei Günther Jauch.

Als das Ergebnis der Qualifikationsfrage vorgelesen wurde, war ich innerlich bis aufs Äußerste angespannt..

Für mich nicht mit Worten zu beschreiben, ist das Gefühl, dass ich erlebte, als ich meinen Namen hörte: JEFFREY NORRIS!

Die ersten Minuten auf dem Stuhl erlebte ich von unzähligen Gedanken durchströmt.

Mein geistiges Bewusstsein und meine geistige Aufnahmefähigkeit waren dadurch auf Stand-by geschaltet. Durch Einsatz meines Telefonjokers für die Kinofrage und den Publikumsjoker für eine demagogische Frage, konnte ich den Abend mit 4000 Euro abschließen. 

Jetzt ging’s weiter, ich war wieder im Studio, auf dem berüchtigten Stuhl und Günther Jauch saß mir gegenüber. Kurz zuvor hatte die Aufzeichnung begonnen, die Fanfare der Sendung ertönte und die Ansage kündigte den Showmaster und mich an. Abermals spielten sich unzählige Szenen in meinem Kopfkino ab. Ich versuchte mir vorzustellen, wie das Ganze wohl wirkt, wie ich vor der Kamera wirke und ob man mir meine innere Aufregung anmerkt.

Das Studio hatte ich am Nachmittag bei der Probe erkundet, war die ganze Bühne auf und ab gegangen, um eine Vorstellung zu bekommen, wie und wo ich eigentlich in diesem Studiobild platziert bin. Dies könnte mir etwas mehr Sicherheit geben, wenn es abends los ginge. 

Jetzt war es soweit! 

Günther Jauch begleitete mich wieder zum Stuhl und achtete darauf, dass ich den Stuhl sicher im Griff hatte. Nach einer kurzen Einleitung zu meiner Person ging es bereits um die 8000 Euro mit einer Frage, die mich abermals in Verlegenheit brachte.

Nach einer freundlichen Analyse des Showmasters zu meinen Denkansätzen für die Beantwortung der Frage entschied ich mich dazu, einen weiteren Joker einzusetzen.

Ich schien den Lauf aus der ersten Runde mit in diese Runde genommen zu haben, denn das war bereits der dritte von insgesamt vier Jokern. Der Publikums-Zusatzjoker, den ich von meiner Freundin Ingrid auswählen ließ, hatte die Antwort parat, antwortete souverän und mit einer überzeugenden Erklärung dazu. 

Die 8000 Euro hatte ich sicher, aber drei Joker waren schon eingesetzt, es blieb nur noch einer. Wieder wurde mein Kopf von unzähligen Gedanken und Filmen durchströmt. Innere Aufregung und Unsicherheit kündigten sich an und es fiel mir nicht leicht, die Ruhe zu bewahren. 

16.000 Euro 

Mit der 16.000-Euro-Frage stellte ich abermals fest, dass es vor der Kamera auf diesem Stuhl  ganz anders ist, als zu Hause auf der Couch. Diese Frage über das Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung war zuerst etwas verwirrend, was aber daran lag, dass ich den relevanten Inhalt erst durchkauen musste. Schließlich setzte ich doch den letzten, mir noch verbleibenden 50:50-Joker ein, mit dessen Hilfe ich die Frage auch richtig beantworten konnte. 

Jetzt hatte ich zumindest den fünfstelligen Bereich erreicht, stand bei 16.000 Euro, allerdings war alle Jokers verbraten. 

Absolute Sicherheit hieß jetzt das oberste Gebot. Gezockt wird nicht! 

32.000 Euro

Die innere Anspannung stieg wieder und ich lauschte gespannt die kommende Frage: „Wessen Name findet man auf einer Liste mit Namen wie Kocics, Kempes und  Fontane?“

Als die Antwortmöglichkeiten vorgelesen wurden, verspürte ich eine riesige innere Freude und musste mich zusammenreißen, um nicht laut zu jubeln!

Die erste Antwortmöglichkeit war Thomas Müller, unseren Jungstar, der sich in die Liste der WM-Torschützenkönige einreiht. 

Ole, ole!, 32.000 Euro!!! 

Jetzt war ich in dem Bereich, den ich vorher als realistisches und wünschenswertes Ergebnis sah. Der Stuhl schien jetzt heiß zu werden und ich war ohne Netz und doppelten Boden. 

64.000 Euro

Günther Jauch war ungewohnt zurückhaltend, was mir allerdings nicht unbedingt unangenehm war. Ich wollte zusätzliche Einwirkungen, die mich irritieren könnten oder meine Überlegungen durcheinander bringen, vermeiden. Dennoch ergab sich zwei- oder dreimal die Gelegenheit für Smalltalk. 

So stellte mir Jauch die berühmte Frage, was ich denn mit dem Geld machen würde? Ich erzählte von meinen sportlichen Ziele und der guten Hoffnung, auf Hawaii beim Ironman starten zu können. Zudem habe ich Zahnimplantate bekommen, die bezahlt werden müssen. Mein Outfit für diese Saison muss ich ebenso noch finanzieren, wie die Teilnahme am Desert Dash in Namibia. 

Die 64.000-Euro-Frage klang zuerst verwirrend. Es ging um den Aufenthaltsort von John. F. Kennedy zum Zeitpunkt des Attentats. Nach dem wiederholtem Vorlesen der Antwortmöglichkeiten aber war sie leicht zu beantworten: Kennedy befand sich IM Lincoln, der damaligen Präsidentenlimousine. Ganz korrekt war es ein Lincoln Continental X100. 

Meine Antwort war richtig!!

64.000 Euro hatte ich jetzt sicher und meine persönliche Zufriedenheitszone erreicht. Ich konnte erstmals wieder durchatmen... 

Mann, war das geil! Diesen Betrag, diese 64.000 werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Gezockt wird nicht!

125.000 Euro

Die 64.000 ermöglichen mir einiges, verschaffen mir ein bisschen mehr Unabhängigkeit.

Jetzt war ich aber auch sehr neugierig auf die nächste Frage.

Aber geantwortet wird nur bei absoluter Sicherheit, egal wie groß meine Vermutung vielleicht sein könnte, geantwortet wird nur bei absoluter Sicherheit auf die richtige Antwort. 

„Woher stammt die Redewendung „alter Schwede“?“ 

Vor einiger Zeit hatte ich in einem Portal etwas über den 30-jährigen Krieg gelesen. Das war tatsächlich eine der Antwortmöglichkeiten. Dennoch war ich mir nicht hundertprozentig sicher und wollte mich auch nicht zu sehr mit der Frage beschäftigen, um nicht in Versuchung zu kommen. 

Ich zog es also vor, nicht zu antworten und mir die 64.000 Euro zu sichern.

Natürlich wollte Günther Jauch wissen, worauf ich getippt hätte. Und ich hatte mit meiner Vermutung richtig gelegen, es war der 30-jährige Krieg. 

Aber ich war sehr zufrieden, habe 64.000 Euro gewonnen und hatte zwei interessante Erlebnisse auf der Bühne und hinter den Kulissen einer großen Sendung. Zudem hatte ich die Gelegenheit, meine Aktionen und Ziele kurz anzusprechen und einen kleinen Einblick dazu geboten. 

Die Resonanz auf meine beiden Auftritte bei „Wer wird Millionär?“ war sehr breit gefächert.  Alle lokalen Tageszeitungen sowie zwei nationale Zeitungen und ein Promimagazin haben darüber berichtet. In manchen Medien allerdings wurde meine Geschichte als Drama oder traurige Geschichte und teils sehr reißerisch dargestellt. Mit diesen medialen Begleiterscheinungen hatte ich so nicht gerechnet. 

Meine Vergangenheit gehört zu mir, ich trage sie mit mir. Sie ist aber nicht die Plattform, auf der ich heute aktiv bin. Ich lebe in der Gegenwart und blicke nach vorne.... 

Und mit 64.000 Euro ist der Blick in die Zukunft angenehm!