23.06.2013
Event

Tritime in Heilbronn


Endlich war es so weit!

Die Vorfreude auf das Wochenende vom 22./23. Juni war nach dem dreitägigen Trainingslager in Heilbronn riesengroß. Stefan Binnig hatte mich in den drei Tagen hervorragend unterstützt und mit mir trainiert. Zudem hatte er mir mit Patrick Adams einen absolut zuverlässigen und kompetenten Schwimmguide vermittelt.

Beide erwiesen sich nicht nur als adäquate Guides, sondern gleichwohl als Sportsfreunde, wie man sie sich wünscht, aber selten findet. 

Mein Team stand also fest: 

Schwimmguide für die 1,5-km-Schwimmetappe: Patrick Adams

Tandempilot für die 46-km-Radetappe: Matthias Reitenspieß

Laufguide für die 10-km-Laufetappe: Stefan Binnig 

Zudem begleiteten mich meine Freundin und Fotografin/Beraterin Ingrid und mein Kameramann Waldemar Spiller. 

Nach unserer Ankunft am Samstagmittag, einem kurzen Rundgang mit Besichtigung der Schwimm- und Laufstrecke und einem kurzen Schwimmtraining mit Patrick waren wir abends zu Gast bei einem örtlichen Italiener.

Hier wurde ich von Meike Maurer für das Magazin Tritime interviewt.

Im Anschluss an ein köstliches Essen und ein längeres Gespräch mit Meike ging ich noch vor Mitternacht ins Bett. Jetzt war Ruhe angesagt, denn am nächsten Tag stand ein ganz besonderes Erlebnis an. Um die nötige innere Ruhe zu finden, steckte ich mir Kopfhörer in die Ohren und ließ mich in den Schlaf berieseln. 

Unser Start war um 11:35 Uhr, Treffpunkt um 11 Uhr in der Wechselzone bei meinem Schauff-Renntandem. 

Als wir uns auf den Weg vom Hotel zum Treffpunkt begaben, war der Wettkampf über die Mitteldistanz schon voll im Gange. Durch die Wettkampfmoderation, die über die Lautsprecher dröhnte, konnte man immer wieder den derzeitigen Stand erfahren. Zwischendurch hämmerten die Beats aktueller Hits durch die Luft, drangen mir voll in die Ohren.

Überall wurden letzte Einstellungen an den Bikes vorgenommen, Wettkampftipps und Erfahrungswerte ausgetauscht und alle freuten sich auf ihren eigenen Wettkampf. 

In Gedanken ließ ich die vergangenen Wochen Revue passieren....

Der 24h-Lauf in Basel, die Vorbereitung auf diesen Triathlon und die Planung für den 70.3-Ironman im August waren die Themen, die mich beherrschten. Zudem hatte ich die ersten Vorträge gehalten und konnte mit der Resonanz darauf zufrieden sein.

Meine Freundin Ingrid holte mich wieder in die Gegenwart: "Spatzl, es ist Zeit, zum Schwimmstart zu gehen."

Waldemar stand überall mit dem Camcorder, um interessante Szenen und Momente einzufangen, während Ingrid, Stefan und Matthias mich zum Schwimmstart begleiteten. Hier schlüpften Patrick und ich in unsere Neoprens. Ich bekam noch ein Küsschen von Ingrid und dann stiegen wir die Stufen in den Neckar hinab. 

Patrick verlieh mir Sicherheit in diesem für mich noch unbekannten Gewässer. Ich fühlte mich gut, war natürlich positiv aufgeregt und ließ meine Gedanken in Richtung meiner Familie abgleiten...

Die Gedanken an meine Familie, an meine Mutter, meinen Bruder und unsere verstorbenen Brüder waren bereits zum Ritual vor einem Wettkampf geworden. Ich verspürte in diesen Momenten immer große Dankbarkeit und warmherziges Glück....

Doch der laute Knall des Startschusses holte mich zurück in die Gegenwart!

Wir wünschten uns gegenseitig "Viel Glück und gutes Rennen" und dann ging’s los! 

Ein paar Minuten später waren wir unterwegs, schwammen bereits mit den anderen Teilnehmern des Citytriathlons über die olympische Distanz den Neckar hinunter, Richtung Wendeboje.

Patrick konnte sich gut auf mich einstellen, lotste mich sicher und navigierte uns sogar an dem einen oder anderen Athleten vorbei.

Zum Triathlon gibt es einen guten Tipp: Beim Schwimmen kann man nichts gewinnen, jedoch alles verlieren....

Es ist wichtig, sicher und mit gutem Gefühl wieder aus den Fluten zu kommen, um dann mit Elan aufs Rad zu steigen und Kilometer zu kurbeln.

Darin besteht für mich auch der Inhalt eines Triathlons. Je sicherer, je geschmeidiger die jeweiligen Wechsel verlaufen, umso schöner das Gesamterlebnis. Je geschmeidiger das Gesamterlebnis, umso deutlicher die Bedeutung guter, funktionierender Kommunikation des Teams. Und ohne Team würden mir diese fantastischen Erlebnisse verwährt bleiben.

Meistens habe ich jedoch das Glück, die richtigen Teamkollegen an meiner Seite zu wissen und dies war auch hier der Fall!

Patrick navigierte mich souverän zum Ausstieg, brachte mich nach der 1500-Meter-Etappe im Neckar in die Wechselzone, wo Matthias und Stefan uns empfingen.

Ein paar Minuten später trabten Matthias und ich mit dem Schauff-Renntandem aus dem Radpark hinaus, bestiegen unser Gefährt und weiter ging’s! Ich kannte die Strecke bereits und Matthias hatte von Stefan Wertvolles zum Streckenprofil erfahren. 

Der Wechsel vom Schwimmen zum Rad verlief gut und problemlos, dennoch hatte ich einige Minuten verloren, mich aus dem Neopren zu pellen. Trotzdem hatte ich die Ruhe bewahren können und fühlte mich gut, als wir Heilbronn Richtung Weinberge verließen.

Das Wetter war gut, jedoch traf uns der Wind komischerweise immer von vorne....

Die ersten Steigungen hatten es in sich, forderten uns einiges ab. Dafür boten die Abfahrten wieder Erholungsphasen, die ich nutzte, um mich mit Gel und Getränken zu versorgen. 

Wir sind auf dem Tandem gut eingespielt, haben im letzten Jahr genügend Erfahrungen gesammelt, um auch anfordernde Strecken wie diese homogen zu fahren.

Zu unseren gemeinsamen Erfahrungen kommen die Erfahrungswerte und Leistungsfähigkeit, die Matthias mitbringt.

Er versteht es nicht nur, das Tandem gut zu führen, sondern auch kräftig in die Pedale zu treten! 

Die Runde hatte knapp 800 Höhenmeter und als Matthias mir Heilbronn in Sichtweite ankündigte, nahm ich noch einen Riegel, den er mir reichte, trank meine Flasche leer und stellte mich mental aufs Laufen ein.

Als wir im Radpark eintrafen und zum Wechselplatz eilten, stand Stefan bereit. Der Wechsel verlief wieder geschmeidig. Matthias und Stefan nahmen mir Helm, Handschuhe und Schuhe ab, reichten mir Laufschuhe und die Laufschnur.

Abklatschen mit Matthias und los ...! 

Ich kannte die Laufstrecke, war einige Runden mit Stefan hier gelaufen und wusste, was uns erwartete. Motivierend kam aber jetzt noch das Heilbronner Publikum hinzu! 

Die Innenstadt war die Partymeile, hier ging es richtig ab! 

Und überall gab es großen Beifall und Jubel, als wir Hand in Hand durch die Spaliere der Zuschauer liefen. Stefan achtete auf alles, gab mir immer rechtzeitig und verständlich das richtige Kommando. Das Tempo konnte ich zwar nicht steigern, jedoch war es uns jetzt nur noch wichtig, sicher und ohne Qual ins Ziel zu kommen.

Stefan erwies sich als passender Guide, führte mich sicher und motivierte mich immer wieder mit Beschreibungen von dem, was um uns herum passierte.

Denn da war absolut Party angesagt! Überall ging das Publikum richtig mit. Die Zuschauer feuerten die Athleten an, motivierten und trugen die Läufer fast ins Ziel mit Begeisterung und Jubel!

Als wir die Versorgungsstelle am Wendepunkt an der „Neckarschleife“ passierten, waren nur noch 2,5 km zu laufen. Jetzt hatten wir es gleich geschafft! Der Citytriathlon-Heilbronn war ein absolut geiles Erlebnis für mich und mein Team. Zudem hatte ich neue Freunde kennen gelernt. 

Stefan und Patrick, zwei vertrauenswürdige und zuverlässige Athleten, die außerdem topfit sind! Sie hatten sich als Guides perfekt auf mich und die jeweiligen Situationen einstellen können. 

Ingrid, Waldemar und Matthias waren ebenso begeistert von diesem Erlebnis. Sie hatten jedoch ebenso alles getan und eingebracht, um es mir zu ermöglichen. 

An der letzten Abbiegung vor dem Rathausplatz erwartete uns Matthias. Hand in Hand liefen wir zu dritt ins Ziel und beglückwünschten uns zu einem gelungenen Wettkampf!

Richtig angekommen war ich dann, als meine Freundin mir mit einem Busserl gratulierte...

Das Leben ist schön!!

Applaus für die Leistung des Teams.

Patrick Adams für seine navigatorischen Fähigkeiten als Schwimmguide in der Neckar,

Matthias Reitenspieß für seine sichere Führung über die Weinberge auf dem Tandem,

Stefan Binnig für seine souveräne Guiding auf der Laufstrecke,durch die heilbronner City,

Waldemar Spiller für die Kameraführung und den richtigen Blick für jede Einstellung....und an Ingrid, meine Freundin, Antriebsfeder und liebster Freund für ihre organisatorischen und repräsentativen Fähigkeiten. 

Nach diesem absolut positiven Erlebnis geht der Blick bereits nach Wiesbaden.

Am 11. August starte ich bei der Ironman-70.3-EM, also über die Triathlonmitteldistanz. 

Und dann ist wieder Kopfkino angesagt....