20.02.2014
Event

Therme, TV und Treffen mit Freunden


Unter ständiger Beobachtung

Hier halt ich meinen Eventvortrag in Bad Füssing

Aufmerksame Zuhörer

Sirtaki mit Freunden

Interview kurz vor dem Start

Ich liebe Kameras

Zieleinlauf Thermenmarathon

Das Bayerische Fernsehen…

…zu Gast bei mir daheim.

Die letzten Monate waren der Pflege und Betreuung meiner Mutter gewidmet. 
Seit Mitte Juli hatte sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert und sie war immer mehr auf Unterstützung angewiesen. Dies hatte zur Folge, dass ich Training und Wettkämpfe weitgehend einstellen musste und auch keine Abenteuer oder Erlebnisse planen konnte und wollte. Es war mir wichtiger, meiner Mutti in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen. Ganz einfach war dies nicht, aber mit der großartigen Unterstützung meiner Freundin gelang es, eine stabile, sichere Situation zu schaffen, mit der wir, aber insbesondere meine Mutter, zufrieden sein kann. 

Nach dem Jahreswechsel begann ich unregelmäßig, das Training wieder aufzunehmen. So hatte ich zumindest ein paar Laufeinheiten, bevor wir zum Thermenmarathon nach Bad Füssing fuhren. 

Robert Wimmer, der mich schon vor 11 Jahren beim Halbmarathon in Bad Füssing begleitet hatte, bot mir auch diesmal seine Guidance an. Da es auch diesmal ein Wiedereinstieg war, nahm ich das Angebot gerne an. Damals, 2003, war Robert in Vorbereitung auf den Transeurope-Footrace, kurz TEFR genannt. Diesen Lauf von Lissabon nach Moskau hatte Robert gewonnen. Ein paar Monate vor dem Start zum TEFR waren wir in Bad Füssing beim Halbmarathon gelaufen. Mit seinen Erzählungen zu den vielen Ultraläufen, an denen er teilgenommen hatte, setzte Robert bei mir etwas in Gang und  motivierte mich. 

Auch diesmal wollte ich mir ein bisschen Motivation bei Robert holen. Der Unterschied zu damals war jedoch, dass ich diesmal mit meinem Eventvortrag im Sportsymposium eingeladen war. Zudem würde das Bayerische Fernsehen mich mit einem Kamerateam begleiten, um letzte Aufnahmen für die anstehende Reportage zu drehen. Das Team drehte bereits am Donnerstag vor dem Thermenmarathon bei mir zu Hause, hatte Angela und mich beim Lauftraining begleitet, mich beim Bouldern mit Alexander Megos im Cafe-Kraft gefilmt und war meiner Freundin und mir beim Einkauf auf den Fersen gewesen. 

Am darauffolgenden Tag fuhren wir mit meinem Moderator Christoph Senghaus  zusammen nach Bad Füssing. Nach dem Einchecken im Hotel Königshof trafen wir Thomas Richter, den Cheforganisator, im Johannisbad, wo das Sportsymposium veranstaltet wird. Hier konnten wir uns mit dem räumlichen Gegebenheiten vertraut machen, die Technik testen und einiges durchchecken. 

Nach einem delikaten Abendessen beim Italiener war ich froh Ruhe zu finden. Die letzten Tage waren turbulent, der Dreh am Tag zuvor sehr zeitaufwendig und ich war emotional sehr aufgewühlt, aber äußerst positiv! Denn während des Drehs bekam ich einen überraschenden Anruf von Christopher Mark Willoughby - meinem Sohn! 

Wir hatten seit 14 Jahre keinen Kontakt gehabt. Doch plötzlich, unerwartet, aber wahnsinnig erfreulich ... wow, welch Geschenk des Lebens. 

Mein Auftritt war für 10 Uhr angesetzt. Der Vortragsraum war zwar nicht ganz gefüllt, aber gut besetzt. Meine neue Präsentation und die Themenmelodie zu "Out of the dark" kamen gut an und Chris und ich waren von Beginn an auf der richtigen Spur. Insgesamt waren wir sehr zufrieden, hatten einige Weggefährten der letzten Jahre auf die Bühne geholt, konnten uns über zahlreiche Wortmeldungen erfreuen und "Out of the dark" insgesamt gut präsentieren. Nach dem Vortrag gab’s die obligatorische Pastaparty. 

Den Nachmittag hatten wir uns für den Vortrag von Rüdiger Nehberg freigehalten. Rüdiger gilt als Survivalabenteurer der ersten Stunde und ist somit ein Vorbild für viele, die in seinen Fußtapfen folgten. Er ist jedoch nicht nur als Abenteurer unterwegs. Vielmehr gilt seine Aufmerksamkeit heute der Unterstützung verschiedener Naturvölker und Kulturkreise, die von der Zivilisation bedroht sind. Sein Hauptaugenmerk ist einer Initiative gegen die genitale Verstümmelung von Frauen gewidmet, wie es unvorstellbarerweise in islamischen Kreisen noch immer auf grausamste Weise ausgeübt wird. 

So lebhaft die Erzählungen von den Abenteuern im Regenwald oder in der Wüste auch waren, so erschütternd waren die Berichte über diesen grausamen Brauch, gegen den Rüdiger Nehberg schon einiges bewirkt hat.

Mehr zu Rüdiger Nehberg und seine Aktionen gibt’s hier: 
www.target-human-rights.de 

Nach dem Vortrag nahm sich Rüdiger Nehberg Zeit und setzte sich zu uns. Das war der eigentliche Höhepunkt des gesamten Wochenendes für uns! Dennoch stand am nächsten Tag noch ein weiteres Highlight an: 

Der Dreh beim Halbmarathon 

Das Bayerische Fernsehen  erwartete uns am nächsten Morgen knapp zwei Stunden vor dem Start. Robert, Angela und ich standen während der Vorbereitung für das Team des BR immer wieder für ein Interview, eine kurze Aufnahme zur Verfügung. Wir wurden überall hin begleitet – außer zur Toilette. 

Meine Freundin Ingrid behielt dabei für mich die Übersicht und war eine perfekte Unterstützung. Sie hat sich in den letzten zwei Jahren intuitiv in die Materie eingearbeitet. Was für sie anfangs eine große Hürde bedeutete, meistert sie heute mit Bravour. Veranstaltungen dieser Größenordnung waren für sie vorher absolut fremd. Sie musste alle Gepflogenheiten, Abläufe und meine persönliche Vorgehensweise erst lernen. Hinzu kommt, dass ich nicht immer unkompliziert, umgänglich und aufnahmebereit bin. Dennoch hat Ingrid inzwischen die Sache voll im Griff … und mich dazu. 

Vor dem Start gab‘s noch ein Interview und die Absprache für ein weiteres Interview bei Kilometer 15. Die Strecke war perfekt zum laufen: flacher Asphalt, keine Erhebungen, Kanten oder Hindernisse, die leicht übersehen werden könnten. 

Robert war mein Guide und Angela achtete auf mein Laufverhalten, meine Atmung und schirmte gleichzeitig die offene linke Seite ab. Das gab Sicherheit für uns und andere Läufer. Es ist bei solchen Veranstaltungen immer wichtig, umsichtig und mit Rücksicht auf andere Teilnehmer unterwegs zu sein. 

Nach den ersten zwei Kilometer fanden wir genügend Freiraum, den angepeilten Schnitt von knapp unter 6 Minuten pro Kilometer zu laufen. Das Wetter war angenehm kühl und trocken. Die Halbmarathondistanz führte über eine Runde, die zweimal gelaufen werden musste. Unterwegs erzählte Robert von seinem nächsten Vorhaben. Er will die Republik vom Norden nach Süden durchqueren - und das in 10 Tagen! 

Es tat mir sehr gut, wieder die Atmosphäre des Laufens zu erleben, den eigenen Puls zu spüren, während ich im Puls des Geschehens mit Angela und Robert das gemeinsame Ziel ansteuerte. Die vielen kurzen Gespräche mit den Läufern, die man von anderen Events kennt, gaben Schürholz in das bereits entfachte Feuer. 

Die letzten Monate ließen mir keine Zeit, diese Atmosphäre und das ganze Drumherum weder im Training noch bei einem Event zu erleben. Doch jetzt hatte ich den Kopf frei. Meine Mutter war in guten Händen und das beruhigte mich und ließ Kanäle im Kopf frei werden. Zudem hatte ich ein gutes Gefühl und ein ruhiges Gewissen. Wir hatten alles getan und in die Wege geleitet. Wir hatten meiner Mutter eine neue, sichere und auch für sie würdige Situation geschaffen.

Und zusätzlichen Seelenbalsam gab’s durch den neugefundenen Kontakt zu Christopher, meinem Sohn! 

In diesen Momenten verspürte ich wieder diese innere Dankbarkeit dafür, diesen Weg gehen zu dürfen, diese Ereignisse zu erleben, Schwierigkeiten zu meistern und Glück zu empfinden. 

Nachdem wir das vereinbarte Interview bei Kilometer 15 hinter uns gebracht hatten, liefen wir dem Ziel entgegen. Ingrid und das Kamerateam würden uns natürlich an der Finishline erwarten und das beflügelte uns nochmals. Meine beiden Lauffreunde Angela und Robert hätten diesen Lauf sicherlich viel schneller hinter sich bringen können. Umso höher ist ihre Bereitschaft und Unterstützung für mich zu werten. 

Nach 2 Stunden und 7 Minuten waren wir im Ziel, hatten die angepeilte Laufzeit gehalten und damit war ich zufrieden. Ich fühlte mich gut, wir freuten uns über einen schönen Lauf und das gemeinsame Erlebnis. Hinterher gab’s noch ein Interview, ein paar Aufnahmen vor der Kamera und dann war der Dreh abgeschlossen. Die Zusammenarbeit mit der Redaktion und dem Kamerateam des BR war angenehm und auch sehr lehrreich für mich. 

Mehr zum Event in Bad Füssing gibt’s hier: 
www.thermen-marathon.de 

Running Norris hat wieder Wind unter den Flügeln bekommen. 

Wir gehen neue Wege, wollen neue Höhen erleben und in neue Dimensionen eintauchen.