22.11.2010
Event, Record

No-Finishline Monaco 2010


Wohltätigkeitslauf zur Unterstützung von kranken und benachteiligten Kindern

jeffrey mit fürst,

Team,

steafano varetto und jeffrey,

team mit fürst

Riesenjachten, Ferraris, Lamborghinis und andere edle Karossen, sowie das Casino Royal...

Das sind Eindrücke, die man vielleicht von einem Spaziergang um den Jachthafen in Monaco auffangen würde. Während der acht Tage des No-Finishline-Monaco sind es ganz andere Eindrücke, die haften bleiben. Für mich war es dieses Jahr die zweite Teilnahme an diesem Charity-Event, das zugunsten einer Initiative von Prinz Albert veranstaltet wird. Nach dem Sechstagelauf in Göteborg und dem No-Finishline im vergangenen Jahr, war dies mein dritter Multida.  Bei den beiden vorherigen war ich alleine angereist, wurde von Allen Young unterstützt, doch diesmal hatte ich ein Team dabei. Mit freundlicher Unterstützung der FC Deutsche Post, sowie proWIN-International hatte ich mir ein dreiköpfiges Team zusammengestellt, ein Wohnmobil gemietet und wollte den einen oder anderen Rekordversuch starten.

Mein Team: Katharina Reimann, Manuela Heissner und Waldemar Litke.
Katharina ist seit einem halben Jahr meine Trainingspartnerin und Kollegin im Team-RunningNorris. Manuela habe ich beim Frankfurtmarathon kennengelernt. Sie lief in der Eskorte der FC Deutsche Post, die mich und Joey Kelly bei den Aktionen der FC Deutsche Post begleitet. Waldemar kenne ich ebenfalls über die FC Deutsche Post. Ich habe ihn beim Halbmarathon in München als supernetten, zuverlässig und vertrauensvollen Sportsmann kennengelernt und zähle ihn mittlerweile zu meinem engen, aber wertvollen Freundeskreis. Wir sind am Donnerstag, also zwei Tage vor dem Event los gefahren. So konnten wir sicher sein, genügend Zeit vor Ort zu haben, um uns mit der Umgebung und den Gegebenheiten der Strecke bekannt zu machen. Ich kannte alles noch aus dem Vorjahr, wollte aber mit dem Team die Strecke in Ruhe mehrmals abgehen können, um uns mit ihr vertraut zu machen.
Waldemar hatte sich die Route im Vorfeld eingehend auf Karten angeguckt, und übernahm während der Hinfahrt den Fahrersitz. Die Route führte über Mailand, den Bernadino-Pass, wo sich der Schnee schon hoch türmte, und wir erreichten Monaco nachts um 2 Uhr. Als wir nach Monaco über die Bergstraße einfuhren, boten sich beeindruckende Bilder. Wir hielten an, um auszusteigen und Fotos zu machen, bestaunten die beleuchtete Kulisse dieser kleinen Schatztruhe und staunten über die Kronleuchter, die als Straßenbeleuchtung dienten.
Den Freitag verbrachten wir damit, uns mit dem Wohnmobil gut zu postieren, unser Lager für die nächsten acht Tage einzurichten, und gingen dann auf Sightseeingtour.

Natürlich traf ich „alte Bekannte“ wieder: KG mit Sohn Nicklas, Fredi Büchler und Pam Story, sowie Sarah Barnett. Alle teilten sich mit meinem schottischen Freund und Mentor Allen Young einen Container.
Allen hat mich  in den nächtlichen Stunden oft begleitet, dabei wieder einige wertvolle Tipps und Ratschläge parat gehabt und wissenswertes zum Thema Ultra gegeben. Nicht nur deswegen ist er mir ein vertrauensvoller Freund. Seine natürliche, offene und direkte Persönlichkeit, sein schottischer Humor und sein  freundliches Naturell zeichnen ihn als wertvollen Freund für mich aus.
Die Eröffnungszeremonie des Events fand wie im vergangenen Jahr statt. Alle Sponsoren, Helfern und Verantwortlichen wurden schon im Vorfeld gedankt. Philippe, der Rennleiter, hielt eine kleine Ansprache und dann gab Prinzessin Stefanie den Startschuss. Wir waren in unserem gelbschwarzen Outfit der Post als Team gut zu erkennen, und gaben ein gutes Bild ab. Dies wurde uns immer wieder von mehreren, unter anderem den Verantwortlichen, bestätigt. Ich war stolz auf das Team, unser Auftritt war sehr professionell und als Team homogen.
Die ersten beiden Nächte waren sehr verregnet, so dass ich meine Zielsetzung auf die 100-Meilen und die 48h-Bestmarke bald aufgeben musste. Durch zusätzliche Unterstützung meines Freundes Stefano Varetto, der in Monaco lebt, hatte ich weitere Laufunterstützung, so dass ich die 72h-Marke mit 234 km doch noch verbessern konnte.

Trotz technischer Pannen bei der km-Zählung und die wetterbedingten Umstände konnte ich meinen Sechstagerekord aus dem Vorjahr auch noch um ein paar km verbessern. Dies war letztendlich dem Einsatz meines Teams, sowie der Unterstützung durch Stefano zu verdanken. Stefano war dem Team zusätzlich  hilfreich, indem er unsere Wäsche abends nach Hause mitnahm und am nächsten Morgen frisch gewaschen und trocken wieder brachte. 
Nachdem ich zumindest zwei der angepeilten Bestmarken erreicht hatte, kam das Debüt meiner beiden Teamkollegen Waldemar und Manuela. Beide waren für den 24h-Lauf gemeldet, wollten so ihre ersten Erfahrungen bei einem Ultra sammeln.

Das Ergebnis: Manuela, unsere „Heidegazelle“, gewann die Damenwertung, Waldemar, unser sibirischer Tiger, belegte einen hervorragenden 7. Gesamtplatz!

Für mich ging das Event noch mit einer neuen Bestmarke über die Achttagewertung zu Ende. Insgesamt waren wir also sehr erfolgreich gewesen.
Katharina war in den acht Tagen die Seele des Teams, das Herz unserer Versorgungszentrale. Manuela und Waldemar erwiesen sich wie schon in München und Frankfurt nicht nur als hervorragende Guides für mich, sondern insbesondere auch als adäquate Aushängeschilder für die FC Deutsche Post.
Zum Abschluss gab es bei der Sieger-Ehrung und Abschlusszeremonie wieder ein Treffen mit Fürst Albert. Er zeigte sich beeindruckt von unserem Auftritt als Team und sagte mir nebenbei, dass er damit rechne, mich auch im kommenden Jahr wieder zu sehen.

Na dann, au revoir 2011!