31.10.2010
Event

Frankfurt Marathon


Joey, die Post und ich in Frankfurt

Gruppenbild Team in Frankfurt

Der Halbmarathon in München war für mich in vielerlei Hinsicht ein erfreuliches Ereignis.
Zum Einen hatte ich, auf Einladung des FC Deutsche Post, ein sehr komfortables Wochenende verbracht. Hinzu kam das Erlebnis des Halbmarathons bei herrlichem Wetter, die Begegnung mit den Eskorte-Läufern der Post, und insbesondere das Treffen mit Joey.
Als besonders wertvoll erwies sich für mich die Begegnung mit Waldemar Litke. Näheres dazu konnte man schon in meinem Bericht zum München-Marathon lesen. Nach kurzer Rücksprache mit der Teamleitung des FC Deutsche Post konnte ich auch in Frankfurt mit Waldemar anreisen und ihn als Eskorte dabei haben. So fuhren wir am Tag vor dem Marathon nach Frankfurt, gingen nachmittags noch durch die Marathonmesse und danach ins Hotel. Der FC Deutsche Post hatte unsere Zimmer reserviert und ein Treffen zum Abendessen arrangiert. Vorher gab es noch ein Zusammentreffen der anderen Eskorte-Läufer, der FC Deutsche Post-Organisatoren und mir.
Es war sowohl für mich, als auch für die Eskorte-Läufer, interessant zu hören und erfahren, was jeder so im Laufe seiner „sportlichen Karriere“ erlebt hatte.
Zu meiner freudigen Überraschung waren diesmal auch zwei Läuferinnen dabei, die dem ganzen einen charmanten „Touch“ verliehen. Der gesellige Abend ging für mich nach angenehmen Gesprächen, gutem Essen und der Vorfreude auf den kommenden Tag gegen 22:30 Uhr zu Ende. Die Umstellung der Uhr auf Winterzeit brachte eine zusätzliche Stunde, die ich aber auf Grund sehr unruhigen Schlafs nicht effektiv nutzen konnte. 
Das Frühstück war wieder sehr angenehm, Waldemar wusste schon, was ich gerne a möchte und bereitete mir einen Teller am Buffet.
Während des Frühstücks traf Joey ein und wurde von allen herzlich begrüßt. Wie schon in München begrüßte er mich zuerst, fragte wie es mir geht, und erkundigte sich, ob alles in Ordnung wäre. Er lässt mich spüren, dass er möchte, dass ich mich wohl fühle.
Nach dem Frühstück gingen wir alle zu Fuß zum Startbereich. Unterwegs wurden wir immer  wieder angehalten von den Fans unseres prominenten und beliebten Extremsportlers, die sich mit ihm fotografieren ließen. Joey ist immer sehr geduldig und zeigt Nähe und Bezug zu seinen Fans. Im Startbereich wurden wir auch mehrmals fotografiert, hier aber meist von Pressefotografen. Unser Team bestand aus insgesamt acht Personen: fünf Eskorte-Läufern der Post, Joey, einer seiner Freunde (der hier seinen ersten Marathon lief!) und ich.

Wir waren eine bunte Truppe, hatten mit Waldemar sogar einen laufenden Kameramann dabei, zwei nette Läuferinnen und Joey, der überall erkannt wurde.
Zum Start reihten wir uns in der Mitte des Teilnehmerfeldes ein. Es durften etwa 15.000 Marathonis gewesen sein, die alle auf den Startschuss warteten. Viele Gedanken liefen mir durch den Kopf - zu schnell, um sie auch richtig zu katalogisieren, einordnen zu können. Die Eindrücke waren immens, alle Sinne wurden voll angesprochen. Ich konnte von allen Seiten Gesprächsfetzen auffangen, hören,  wie sich andere nochmals über ihre Laufstrategie unterhielten, sich Glück wünschten, oder meistens auch sagten: “schau mal, da ist Joey!“ Die Kommunikation im Team war hervorragend, sehr vertrauensvoll und wir waren alle bestens gelaunt, freuten uns darauf, dass es gleich losgehen würde.
Ein letzter Gang zur zu den Dixies brachte die Gelegenheit für ein näheres Gespräch mit Manuela, die sich für mich noch als wertvolles Teammitglied auf anderer Ebene herausstellen würde. Letztendlich waren wir wieder in der Startgruppe eingereiht, hatten uns als Team gut postiert, die letzten Einzelheiten abgesprochen – und dann ging’s los!
Wow, ich fühlte sogar wieder richtiges Marathonfieber! Das hatte ich schon lange nicht mehr gespürt, zumindest nicht so deutlich wie an diesem Sonntagmorgen in Frankfurt.
Der FC Deutsche Post hatte alles bestens arrangiert, die Basis für ein geiles Marathonerlebnis geboten. Mir wurde bewusst, wie glücklich ich mich schätzen durfte, und dies tat ich auch.
Ich war mittendrin bei einem der großen deutschen Städtemarathons, hatte eine supernette Gruppe erfahrener, leistungsfähiger Läufer um mich, einen eigenen Kameramann, zwei nette, charmante Mädels und Joey Kelly als Guide...
Das Wetter war ideal, die Kulisse gigantisch, und mir lief es bereits jetzt in Schauern den Rücken rauf und runter, ein herrliches Gefühl...
Nach den ersten Kilometern hatte sich Manuela als persönliche Betreuung zu meiner linken Seite begeben. Waldemar lief um uns herum, fotografierte viel und erkundigte sich immer wieder, wie es mir ging. Wir liefen einen angenehmen Rhythmus, ein Pace um 6 Minuten/km.
Joey und ich fanden ein gutes Tempo, ich fühlte mich mittlerweile wieder etwas sicherer und alle meine Sinne waren auf „Empfang“ eingestellt. Kopfkino, viele Bilder wurden plastisch, Eindrücke visuell, die Kommunikation zwischen uns klappte bestens. Erlebnisse dieser Art habe ich meistens nur dann, wenn ich mich absolut in etwas hineinfallen lassen kann, mich öffnen und anvertrauen kann. Diese Schwelle zu überschreiten gelingt mir nicht sehr oft, meistens aber beim Laufen.  Es ist in der Bewegung, die harmonierende Kommunikation und die positive Energie, die von allen Seiten versprüht wird, die mir den Weg bahnt.

Für Erlebnisse dieser Art bin ich dem Leben, aber natürlich auch allen Beteiligten sehr dankbar.
Jeder im Team erkundigte sich immer wieder bei den anderen, ob alles in Ordnung sei, ob man sich gut fühle. Es wurde ein schönes Gemeinschaftserlebnis zelebriert. Ich fühlte mich absolut wohl, die Sonne schien mir ins Gesicht, ich spürte das Lächeln meiner Mitläufer, ihre Freude am Laufen war sehr deutlich wahrnehmbar. In diesen Momente dachte ich an meine Mutter, die zu Hause im Rollstuhl sitzt und seit einer Gehirnblutung sehr bewegungseingeschränkt ist und nahm mir vor, diese Gefühle zu konservieren, abzuspeichern, und ihr dann deutlich wiedergeben zu können. Meine Mutter erfreut sich immer daran, wenn ich sie nach einem Event besuche und ihr alles erzähle. Das sind die wertvollsten Momente, die das Leben bietet...
Nach 30 km wurden wir etwas langsamer. Wir hatten bis dahin unser Anfangstempo mehr oder weniger halten können. Jetzt wurden die Beine bereits schwer, zumindest bei mir.
Manuela, die meistens links neben mir lief, war meine Antriebsfeder an diesem Tag. Grundsätzlich war das gesamte Team des FC Deutsche Post an diesem Tag ein Antriebsmechanismus - leistungsstark, läuferisch kompetent, als Begleitung vertrauensvoll und souverän.
Die Unterhaltung mit den Eskorte-Läufern half mir auch über die letzten Kilometer, die zeitweise beschwerlich waren. Während der letzten Kilometer machte ich Manuela noch das Angebot, mit mir und meinen Team nach Monaco zu fahren. Sie erzählte mir, dass sie in Zukunft in den Ultrabereich einsteigen wollte und so brachte ich ihr die Zukunft sehr nahe. 
Je näher wir dem Ziel kamen, desto größer wurde die Masse der Zuschauer an der Strecke. Der Einlauf in Frankfurt ist etwas ganz besonderes,  da die letzten Meter im Römer, also in der Festhalle, gelaufen werden. Ich war sehr gespannt, eigentlich fast ein bisschen aufgeregt, es zu erleben. Auf den letzten Kilometern liefen die vergangenen 24 Stunden nochmals als Kopfkino ab. Es war ein perfekter Tag, ein perfektes Wochenende! Ich hatte wieder viele supernette Menschen kennengelernt, ein tolles Event erlebt, mich in der Familie des FC Deutsche Post sehr wohl gefühlt. 
Als der 42. Kilomter noch zu laufen war, stieg die Begeisterung in unserer Laufgruppe nochmals deutlich spürbar an. Jeder griff nach einer Hand des anderen, wir waren eine Einheit, ein Team: das Team FC Deutsche Post! Die letzten Meter in der Festhalle, im Frankfurter „Römer“, verliefen auf einem roten Teppich unter tosendem Beifall und Jubel des Publikums.

Der Moderator des Events kündigte uns als Team FC Deutsche Post an, begrüßte Joey Kelly und mich namentlich.
Ich war mächtig stolz in diesem Moment. Nicht nur, weil mein Name in einem Atemzug mit Joey genannt wurde, sondern auch deshalb, weil ich Teil eines tollen Teams war, in dem gelbschwarzen Trikot des FC Deutsche Post einlief!
Nachdem wir uns anschließend selber bejubelt und gefeiert hatten, gingen wir ins Hotel zurück. Der Abschied von allen fiel recht schwer, weil es wieder etwas ganz besonderes war, ein emotionales Erlebnis, mit viel Gefühl dabei...
Waldemar und ich hatten wieder so viel zu erzählen, obwohl wir ja die ganze Zeit alles miteinander erlebt hatten.
Und unser Fokus war dabei schon auf Monaco ausgerichtet...