20.06.2013
Event

Vorbereitungen zum Citytriathlon in Heilbronn


In die Vorbereitung für den Citytriathlon stürzte ich mich bei meinem ersten Fallschirmsprung. Wie es mir bei diesem Sprung aus 4.000 Meter erging, was ich dabei empfand und einige Fotos dazu kann man in "Tief gefallen" (www.jeffreynorris.de/news) lesen. 

Zwei Tage nach diesem kleinen Nervenkitzel, am 11. Juni, fuhr ich nach Heilbronn. Ich würde bis zum 14. Juni bleiben. Diese Tage wollte ich nutzen, um die Wettkampfstrecke kennen zu lernen und mich mit meinem Laufguide Stefan Binnig abzustimmen.

Der Kontakt zu Stefan war nach einem Vortragstermin im Februar aufgekommen. Damals hatte ich meinen Eventvortrag „Out of the Dark“ für die AOK-Heilbronn/
Franken präsentiert. Während der anschließenden offenen Diskussion beschlossen Stefan und ich unseren gemeinsamen Start beim Citytriathlon am 23. Juni. Für Stefan würde es die erste Erfahrung als Guide für einen blinden Läufer sein und ich merkte sofort, dass er voll dahinter stand. 

Stefan holte mich am Bahnhof ab und begleitete mich zu meinem Quartier. Nachdem ich eingecheckt hatte, fuhren wir die erste Ausfahrt mit meinem Mtb-Tandem. Bei dieser ersten Trainingseinheit erfuhr ich einiges über Heilbronn und die umliegende Region sowie über die Neckarsulmer Sport Union und über den Citytriathlon. Stefan sprach außerdem von der Historie der Sport Union, den Vereinsaktivitäten und seinen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen. Zu seinen größten Erlebnissen zählt wie für mich der Finish beim Challange in Roth, an dem er 2011 erfolgreich teilnahm. 

Obwohl Stefan noch keine Erfahrungen auf dem Tandem hatte, konnte er uns bereits nach ein paar hundert Metern sicher führen. Als wir knapp zwei Stunden später wieder am Ausgangspunkt ankamen, stand der Plan für die nächsten beiden Tage fest. 

Um mich mit Getränken zu versorgen, brach ich am Abend noch einmal auf. Ich lief die ersten 50 Meter zum Supermarkt, bis zu einer Kreuzung. Dort sprach mich ein kleiner Junge an: „Bist du blind?“ Und als ich das bestätigte: „Können wir dir helfen?“

Sie waren zu dritt, Ben und Max und ihre Mutter. Wir wollten alle zum Supermarkt, also war klar, dass sie mich mitnehmen würden. Ich fand die beiden Jungen sehr emsig, hilfsbereit und vorbildlich. Die Begegnung gab mir ein gutes gefühl. 

Am Mittwoch holte mich Stefan um 10 Uhr ab. Wir besuchten Franz Sebek (www.fahrrad-franz.com), um einige Einstellungen am Tandem vornehmen zu lassen. Danach ging’s zur Wechselzone, wo die Radetappe des Citytriathlons beginnt. Stefan hatte mir die Strecke schon als "anspruchsvoll" beschrieben. Jetzt bekam ich die Gelegenheit, sie vor dem Wettkampf zu spüren, um mich im Wettkampf gut darauf einzustellen.

Obwohl diese Weinberggegend schöne Ausblicke bietet, müssen erst Anstiege erklommen werden, um sie zu genießen. Stefan schilderte mir diese herrliche Region, vermittelte mir die Idylle, die sich Sehenden bietet. Die Angaben zu den jeweiligen Anstiegen und Abfahrten sowie zum Profil der Strecke waren präzise. Stefan kannte die Strecke fast "blind".

Die 50 km hatten es in sich, boten langgezogene Anstiege mit rasanten Abfahrten, kurvenreiche Passagen und lange, flache Abschnitte, wo richtig Tempo gemacht werden konnte. 

Nach der Radtour ging es wieder zurück in die Wechselzone und dann auf die Laufstrecke. Die Laufetappe beträgt 10 km und führt zweimal durch die Innenstadt, über eine Schleife am Neckar und endet mit Zieleinlauf am Rathausplatz. Die Innenstadtpassage ist unruhig, d. h. sie weist einige Erhebungen, Stolperfallen, Gleise und Profilveränderungen auf. Hier muss ich mit angezogener Handbremse laufen, aber zu den schnellen Läufern zähle ich sowieso nicht. Dafür bietet die Schleife am Neckar gut asphaltierten Untergrund, auf dem Stefan mich scheuchen wird. 

Für nachmittags stand noch ein Fotoshooting mit der Heilbronner Presse an. 

Andreas Feigl, Cheffotograf der Heilbronner-Stimme, machte einige Aufnahmen von uns auf dem Tandem, beim Schuhwechsel in der Wechselzone und beim Laufen. 

Abends waren wir bei Stefan in Oedheim. Er hatte mich zum Grillen eingeladen und um seine Familie kennen zu lernen. Diese Einladung hatte ich dankend angenommen und dort freute ich mich über die familiäre Atmosphäre. Nach dem Grillen stand noch eine Schwimmeinheit auf dem Plan. Hier stellte mir Stefan einige Athleten der Triathlonabteilung der NSU vor und ich konnte ihm meinen Schwimmstil zeigen. 

Gegen 23 Uhr lag ich dann im Bett. Ich hatte einen ausgefüllten Trainingstag mit zusätzlichen Einheiten für Geist und Seele hinter mir. 

Das für den nächsten Tag angesetzte Schwimmtraining musste aus organisatorischen Gründen abgesagt werden. Wir nutzten die Zeit, um die Laufetappe zu wiederholen, damit ich die Besonderheiten nochmals spüren konnte. 

Als Stefan sich am Nachmittag verabschiedete, hatten wir alles Wichtige erledigt: Ich kannte die Radetappe, hatte sie bei einer schönen Trainingseinheit gespürt und war mit Stefan einige Runden gelaufen. 

Ich kannte die Besonderheiten der Laufstrecke und wir hatten uns beim Laufen aufeinander einstellen können. Zudem hatte Stefan meinen Schwimmstil kennen gelernt und konnte meinem vorgesehenen Schwimmguide Patrick Adams alles Wichtige erklären.

Patrick und ich werden am Tag vor dem Triathlon gemeinsam in einen nahe gelegenen Badesee eintauchen, um die letzte Abstimmung zu finden. 

Die Tage in Heilbronn waren mehr als nur die Vorbereitung auf einen Wettkampf.

Die Begegnungen mit Ben und Max, der Austausch mit Athleten bei Fahrrad-Franz und insbesondere die Zeit, die Stefan mir gewidmet hat, waren mehr als sportlicher Natur. 

Diese Tage zeigten wieder einmal auf, welche Brücken durch den Sport gebaut werden können. Der Sport verbindet, überbrückt Hürden und macht das, was manchmal unmöglich oder nur sehr schwer erscheint, leicht und selbstverständlich. 

Den Abend genoss ich mit meiner Freundin, die inzwischen auch angereist war, beim Stadtfischer im Biergarten. 

Für Freitagvormittag stand noch ein Interview mit der Heilbronner Stimme an, mit Christoph Trossbach, dem OK-Chef des Citytriathlons und Herrn Buchholz, dem Chefredakteur. Bei diesem ausführlichen Interview, das im Foyer des B+B-Hotel-Heilbronn stattfand, bot ich einen näheren Einblick zu meiner Geschichte und Aktivitäten.

Damit gingen die Vorbereitungstage in Heilbronn zu Ende. 

Stefan, Patrick, Matthias und ich freuen uns jetzt auf das kommende Ereignis und wünschen allen Teilnehmern riesigen Spaß und einen sicheren Wettkampf. 

Auf geht’s Heilbronn!!

 

Alle Infos zum Citytriathlon gibt es hier >>

 

Im Sportblog des Grünen-Punkt kann man aber vorab schon einen Einblick dazu gewinnen:

www.meingruenerpunktblog.de

 

Die Heilbronner-Stimme berichtete in ihrer Ausgabe vom 18. Juni über meine Vorbereitung. Das Treffen dazu fand im Foyer meines Partners B+B-Hotel in Heilbronn statt. Das B+B-Hotel bietet mir und meinem Team Unterkunft beim Citytriathlon und bei Aktionen in ganz Deutschland.


Hier geht´s zum Artikel >>