25.09.2010
Event, Record

24h Brugg 2010


Jeffrey und sein Team beim 24 h Lauf in Brugg in der Schweiz 2010

Jeffrey und sein Team beim 24 h Lauf in Brugg in der Schweiz 2010

Dieses Jahr hatte für mich sehr trübe und demotivierend begonnen. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem mir alles Zuviel wurde. Durch eine Einladung zum Marathon nach Antalya, wo ich von alledem, was mich hier belastete, Abstand gewinnen konnte, fand ich wieder Motivation und konnte den „berühmten Schalter“ wieder umlegen. Als Erstes musste ich meine Unabhängigkeit weiter ausbauen, neue Trainingsmöglichkeiten gestalten, neue Wege gehen.

Das Institut für Sportwissenschaften an der Universität in Erlangen unterstützte mich dabei sehr. Durch den leitenden Dozent des Instituts, Dr. Heiko Ziemainz fand ich eine Trainingspartnerin, die sich zeitlich und zielgerichtet auf meine Planung einließ.

Sie ist der Pulsmesser in meinem Team, dosiert das Training und bringt sportpsychologische Erkenntnisse ein, die meine Erfahrungswerte ergänzen. Die Zusammenarbeit mit ihr, sowie die nächtlichen Trainingseinheiten in einem Fitness-Studio, das rund um die Uhr geöffnet hat, erweiterten mein Trainingspensum.

Bis auf zwei Marathons - einen lief ich mit dem Extremsportler Joey Kelly - und einigen Charity-Ultra-Läufen (Bad Endorf und Giengen), hatte ich an keinen weiteren Laufevents teilgenommen. Ich hatte mich ganz und gar auf ein Datum eingestellt: den 25./26. September.

Dies war der Termin für den 24h-Lauf in Brugg, in der Nähe von Zürich. Den Veranstalter und Rennleiter, Fredi Büchler, kenne ich vom Sechstagelauf in Göteborg. Bei diesem Event bekam ich auch die Einladung zum Brugger-24h-Lauf. Die Veranstaltung war im letzten Jahr einer der vielen Highlights, die ich in 2009 erlebte. Mit 137 km konnte ich meine bisherige Persönliche Bestleistung um 32 km verbessern, und schaffte damit auch den dritten Platz in meiner Altersklasse. Dennoch war ich sicher, dass mehr drin ist, wenn ich unabhängiger laufen kann. Ich war damals ohne Guides angereist und lief mit verschiedenen Läufern, die sich spontan als Begleitung anboten.

Um aber mein Potential besser ausschöpfen zu können, benötige ich Guides, die sich auf mich einstellen und ihre eigenen Ambitionen in den Hintergrund stellen.

Es gibt nur einen richtigen Weg, und das ist der eigene...

Begegnungen mit Joey Kelly, Andreas Niedrig, aber vor allem Hubert Schwarz entfachten im Frühsommer wieder ein Feuer in mir.

Ich habe mir klare Etappenziele für dieses und das kommende Jahr gesteckt und weiß, wie ich sie erreichen werde. Das Feedback, das ich von den oben genannten Persönlichkeiten der Ultraszene bekam, bekräftigten mich in meiner Zielsetzung zusätzlich.

Das Team proWin International

Mit Katharina Reimann, meiner Trainingspartnerin, und Michael Dotzauer, einem konstanten Triathlonpartner, hatte ich das Grundgerüst eines Teams geschaffen.

Bei den Ultra-Läufen im vergangenen Jahr, lernte ich, was für mich wichtig ist, wie ich „ticke“ und wo meine Schwachstellen liegen. Die letzten Wochen vor dem Event in Brugg habe ich dazu genutzt, um mich mental voll und ganz auf die Situation vorzubereiten und mich nach Möglichkeit in ähnliche Situationen zu versetzen. Mein Training hatte ich oftmals soweit ausgedehnt, dass ich nach den Laufeinheiten nachts noch ins Fitness-Studio fuhr und bis in die frühen Morgenstunden dort trainierte. Am Tag danach ging es wieder zum Laufen oder Schwimmen. Ich wollte die Phase des „toten Punkts“ möglichst unter Aktivität simulieren. Bei bisherigen Ultras war ich nie 24 Stunden komplett auf der Strecke gewesen. Diesen physischen und mentalen Belastungspunkt musste ich erst noch kennen lernen. Dadurch aber, dass ich mein Team mit angenehmen und vertrauensvollen Personen besetzte, schaffte ich mir den mentalen Freiraum, den ich beim Event brauchen würde.

Das Team wurde ein paar Tage vor dem Lauf mit Conny Brunnhübner, einem früheren Radpartner komplettiert.

Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch Marco Köchler, ein Kameramann, der mir ebenfalls über Kontakte zur Uni Erlangen vermittelt wurde. Meine Zielsetzung für dieses Event, eine neue deutsche/Weltbestmarke zu laufen, war keine Utopie mehr, sondern nur noch eine bewältigbare Aufgabe, die zu erledigen war.

Mein Team hatte ein Gesicht bekommen. Es war bestens vorbereitet und zielgerichtet. Meine Hausaufgaben, das Training und die mentale Arbeit waren nach besten Möglichkeiten und Gewissen getan. Um das ganze finanziell bewältigen zu können, nahm ich Kontakt zur Winter GmbH auf. Die Winter GmbH hatte ich beim RTL-Spendenmarathon, bei dem ich mein Renntandem mit Joey Kelly eingefahren habe, kennengelernt. Als ich telefonisch mit Sascha Winter Kontakt aufnahm, ihn meinem Anliegen vortrug, und meine Sponsoringanfrage stellte, sagte er spontan zu – Bingo!

Mein Team stand fest, war bestens aufgestellt, auf mich eingestellt und jetzt hatten wir auch noch einen Sponsor und ein Teamslogan: “proWin - der Name ist Programm: alles für den Erfolg!“

Das Event

Die Fahrt nach Brugg schien ein schlechtes Omen voraus zu schicken... Es regnete fast durchgehend, teilweise sehr heftig. Zudem hatten wir uns nach einer Umleitung nahe der schweizerischen Grenze verfahren, und kamen nach fast siebenstündiger Fahrt in Brugg an.

Die Laufstrecke in Brugg liegt auf einer kleinen Insel, einem Fleck Land, der von der Aare umgeben ist. Das Profil ist hervorragend. Flacher ebener Asphalt, die Runde 1,3 km lang, und ohne große Verwindungen. Das Gelände ist eine Radrennbahn, ein Velodrom??, wie die Schweizer sagen. Als Laufstrecke ist sie bestens geeignet. Da die Veranstaltung gut konzipiert ist, hat sie auch den Zuschlag für die Ausrichtung der 24h-Worldchampionship im kommenden Jahr bekommen.

Aber das ist noch ferner Zukunft, jetzt steht meine erste Etappe auf einem langen Weg vor mir...

Nachdem das Wohnmobil gut platziert ist, der Stromanschluss gefunden und die Energie- und Wasserversorgung gesichert sind, gibt es die obligatorische Pasta-Party. Diese halten wir im Womo ab, denn es regnet weiterhin ununterbrochen, zudem ist es auch kühl geworden.

Wir sind sehr gut ausgestattet: Michael, Chefkoch bei Siemens in der oberen Etage, hat Pasta und eine köstliche Tomaten/Kräutersoße vorbereitet, dazu gibt es Salat, Obst und Joghurt als Dessert. Wir hatten auch zwei selbstgebackene Kuchen dabei und einen Riesentopf Kartoffelsuppe, die ich mir für das Rennen, gerade nachts, gewünscht hatte. Das Essen war lecker und begleitet von den Geschichten der unzähligen interessanten Events, die jeder einzelne von uns schon erlebt hatte. Die Gespräche vertieften sich, und ich merkte, wie es mir zu viel wurde.

Und dann musste ich raus, wollte ganz einfach die Strecke ablaufen, sie spüren, und mich mit ihr vertraut machen. Zudem fühlte ich mich mental isoliert und allein. Dieses Gefühl kannte ich von einer Situation, die drei Jahre zurück lag, dem Start beim Quelle-Challenge, dem früheren Ironman in Roth.

Doch diesmal war es anders, und ich musste die Situation, das Gefühl, für mich erst mal annehmen. Ich ging raus auf die Strecke, ging sie Schritt für Schritt im Regen ab. Während ich den Weg ablief und mir unzählige Gedanken durch den Kopf schwirrten, traf ich auf Fans zweier Fussballmannschaften, die auf einem Platz auf der Insel ihr Spiel austrugen. So hatte ich zwischendurch kurze Unterhaltung, die mich in die mentale Gegenwart zurück rief.

Irgendwann kam das Team noch hinzu, und wir gingen gemeinsam die ganze Strecke ab, damit auch jeder meiner Guides sich mit der Strecke vertraut machen konnte. Ich spürte eine Unbehaglichkeit, Störfrequenzen, die mich irritierten. Zudem war ich müde, wollte ins Bett, schlafen, alles vergessen... Die Nacht verlief unruhig, und ich schlief in kurzen Etappen.

Ich war froh, als der Morgen kam und es dem Start langsam, aber sicher, entgegen ging. Die letzten Vorbereitungen traf ich mehr oder weniger gedanklich abwesend. Es gingen mir unzählige Gedanken durch den Kopf. Situationen, die mit diesem Event gar nichts zu tun hatten, waren mir völlig präsent. Es ist merkwürdig und interessant zugleich, wie unterschiedlich diese Situationen vor dem Start erlebt werden können...

Marco, mein Kameramann, filmte und fotografierte. Er hatte eine sehr angenehme Ausstrahlung. Vor dem Start hatte er alles vorbereitet, um ein Interview, ein Porträt auf der Zuschauerbühne, mit mir zu filmen.

Vor dem Start hielten wir noch eine kurze Besprechung ab, aber ich merkte, dass ich nichts planen, keine Vorgaben machen konnte. Ich hatte mich dazu entschieden, die ersten Stunden mit Katharina zu laufen. Das Team hatte unsere eigene Versorgungszentrale aufgebaut, den Versorgungstisch mit den Produkten der freundlichen Unterstützer Sponsor“ und „Redbull“ bestückt. Es war alles vorbereitet, nun konnten wir uns guten Gewissens zum Start begeben.

Es war nicht kalt, doch der Dauerregen, der zeitweise leicht nieselte, war dennoch unangenehm. Katharina nahm meinen Pace gut an und schon nach kurzer Zeit erreichten wir die nötige Sicherheit auf der Strecke. Michael und Conny hatten sich gut postiert, gaben uns Rundenzeiten und Gesamtkilometer durch, reichten uns Verpflegung und begleiteten Marco beim Filmen.

Zwei Stunden später löste Conny Katharina ab. Dies war eine Premiere: Conny und ich waren zuvor nie miteinander gelaufen. Wir hatten zwar etliche Kilometer auf dem Tandem zurück gelegt, waren aber nie miteinander gelaufen. Da ich Vertrauen zu Conny hatte, wusste ich, dass er sich super einbringen würde. Nach zwei Runden waren wir ein sicheres Gespann, hatten einen guten Rhythmus gefunden, und konnten Kilometer für Kilometer hinter uns lassen.

Der Regen ließ zwar immer wieder nach, doch ganz aufgehört hatte es nur für eine kurze Phase. Körperlich fühlte ich mich recht gut, aber ich war ja auch erst sechs Stunden unterwegs.

Im zweiten 6h-Split lief ich zeitweise mit meinem schottischen Freund und Betreuer Allen Young, der mich schon beim Sechstagelauf in Göteborg, sowie beim Achttagelauf in Monaco im vergangenen Jahr, begleitete. Bei diesem Event von Fürst Albert war er meine große Unterstützung gewesen. Nach Brugg war er gekommen, um den Veranstalter bei der IAU, die eine offizielle Delegation geschickt hatte, zu vertreten.

Er ist auf internationaler Ebene sehr bekannt, renommiert und ein gern gesehener Gast bei Veranstaltern, Aktiven und dem internationalen Verband der Ultramarathons. In Monaco habe ich einige wertvolle Tipps von ihm bekommen, wodurch ich zu wichtigen Erkenntnissen gelangt bin, die mir bei der Planung und Zielsetzung sehr nützlich sind.

Die Stunden und Runden in Brugg liefen wir in einem sehr gemütlichen Tempo. Wir hatten uns viel zu erzählen, unter anderem über die Planung und Zielsetzung für das kommende Großereignis, dem Achttagelauf in Monaco. Monaco soll ein weiterer Meilenstein für mich werden. Die Zeit war recht kurzweilig, jedoch nicht sehr effektiv für meine Gesamtdistanz.

Unzählige Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich war dabei sie zu sortieren, um in meinem Kopf etwas Freiraum zu schaffen - mein Ziel erneut fokussieren zu können.

In den Abendstunden lief ich noch mit Katharina, die sich menschlich, fachlich und professionell die Note 1+ verdient hat. Der Regen hatte wieder zugenommen und es wurde kühler. In der letzten Stunde vor Mitternacht lief ich noch ein paar Runden mit Thomas Eller. Mittlerweile war es so kühl, dass ich meine Kleidung wechseln musste. Ich hatte auch Appetit auf etwas Warmes: Kartoffelsuppe!

Auf diese Idee kam ich, da beim 24h-Lauf für die Uganda-Hilfe, bei dem ich mit Schülerinnen einer Realschule gelaufen bin, spätabends für die 24h-Läufer auch Kartoffelsuppe ausgeteilt wurde. Bei diesem Event im Juli hatten wir auch Dauerregen und niedrige Temperaturen. Nachts wurde es genauso ungemütlich und die warme Kartoffelsuppe half.

Im Womo war das Team sehr behilflich: nasse Klamotten ausziehen, trocken rubbeln, frische trockene Kleidung anziehen. Nebenbei bekam ich warme Getränke gereicht und alle waren bemüht, mir möglichst viel abzunehmen. Dafür, dass es vorher noch nie eine Teamkonstellation gab, klappte alles recht gut. Die Kleider waren gewechselt, die warme Suppe im Bauch – ich konnte gestärkt weiter laufen.

Laut Plan, bei dem immer in 6h-Splits gerechnet wurde, sollte ich bis Mitternacht bei ca. 92 km sein. Ich lag allerdings erst bei Kilometer 80.

Außerdem war mir bewusst, dass ein mir noch unbekannter, unberechenbarer Faktor hinzukommen würde: „der tote Punkt“. Ich war noch nie 24h auf der Strecke gewesen, hatte bei den bisherigen 24h immer ein paar Stunden „offtrack“ verbracht, mich massieren lassen, teilweise sogar ein paar Stunden geschlafen.

Ich war mental darauf vorbereitet, wusste wie es laufen könnte. Die ersten Runden mit Michael nutzte ich, um wieder warm zu werden, die Gelenke und meine Bewegungen geschmeidig zu halten. Wir liefen zwar, aber nach einer Weile kam der „tote Punkt“ immer näher und ich musste gehen. Ich wollte nur nicht stehen bleiben, immer in Bewegung sein.

Katharina hatte uns Tee und Capuccino an unserer Versorgungsstelle vorbereitet. Zudem gab es einen Becher warme Suppe und gesalzene Reiswaffeln. Ich habe alles gut vertragen, mein Magen machte mir keine Beschwerden. Die Suppe war genau so, wie ich sie mir gewünscht hatte, Riesenkompliment an die Küche und den Chefkoch!

Dennoch konnte ich den toten Punkt nicht umgehen. Mein einziger greifbarer Gedanke in dieser Phase war, dass ich diesen Punkt annehmen muss, mich aber trotz der bis dahin fehlenden Kilometer, nicht in Panik versetzen lasse durfte. Ich war überzeugt davon, mein Ziel zu erreichen. Für die angepeilten 155+ km hatte ich trotz des geringem Trainingspensums der letzten Wochen, das notwendige Potential.

Ich war überzeugt, dass ich mich aus dieser Phase wieder herausführen konnte. Es war nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Wenn ich zu früh ein höheres Tempo eingehen würde, könnte ich es in den noch kommenden Stunden bereuen. Michael versuchte mich immer wieder „in Gang zu setzen“. Wie er mir hinterher erzählte, hatte nicht nur er, sondern auch einige der anwesenden Zuschauer mein Erreichen des angepeilten Zieles schon fast abgehakt, nicht mehr richtig daran geglaubt. Ich hatte das Gefühl, dies ich auch während unserer Zeit auf der Strecke zu spüren. 

Wer bin ich und wie viele km sind es...?

Diese nächtlichen Stunden nutzte ich meditativ für mich. Ich holte mir die letzten Wochen, Monate, das bisher vergangene Jahr, bewusst hervor.

Das Jahr hatte perspektivlos begonnen. Auf Einladung eines deutsch/türkischen Reiseunternehmers verbrachte ich ein paar Tage in Antalya, konnte Abstand von allem gewinnen, mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Danach ging meine Planung stets voran. Meine Zielsetzung wurde konkreter und die Planung strukturierter. Neue Wege brachten Möglichkeiten, neue Kontakte brachten frische Impulse. Dies machte ich mir ganz deutlich.

Bestärkt auf meinem Weg wurde ich von Hubert Schwarz und seinem Prinzip des „Power of Mind“. Hubert gab mir nach einer umfangreichen Leistungsdiagnostik wertvolle Tipps für mein Training, die ich umsetzen konnte. Darüber hinaus war der Kontakt zum Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Erlangen ein weiterer Pluspunkt.

Zudem hatte ich einen Personenkreis um mich gebildet, in dem ich mich wohl fühlte. Eine Vertrauensbasis war geschaffen und das Team weiß zum einen wie ich ticke und können so meine Vorgaben nicht nur annehmen, sondern auch gut unterstützen. In diesem Bewusstsein wusste ich, jetzt war es Zeit wieder Tempo aufzunehmen, Kilometer zu machen und mein vorhandenes Potential abzurufen.

Um 9 Uhr morgens übernahm Conny wieder die Guidance. Die Gehphasen wurden immer kürzer, immer weniger. Frisches Obst, Capuccino und Möhrenkuchen – zudem kam auch noch die Sonne heraus! Der Regen hatte schon in den frühen Morgenstunden aufgehört, die Wolken verzogen sich, und Helio war uns wohl gesonnen.

Mit Katharina hatte ich den Lauf begonnen und sie war mein Guide für die letzten zwei Stunden. Die ersten warmen Schauer liefen mir wieder den Rücken hinunter. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich fühlte mich gut, und steuerte auf mein Ziel zu. Katharina achtete stets auf meine Atmung, sie war mein laufender Pulsmesser. Michael und Conny gaben uns die aktuellen Informationen über den km-Stand, die Rangliste und alles was wir wissen wollten.

Irgendwann hatte ich die 138 km voll, und damit schon eine neue persönliche Bestmarke. Aber das war nicht das Ziel, ich musste noch einiges drauflegen und konnte es auch. Brugg war der Hammer! Ich schätzte mich sehr glücklich, hier wieder laufen zu dürfen - glücklich überhaupt laufen zu können.

Die Sonne tat so gut, war so schön an diesem Sonntagmorgen, am 26. September 2010 in Brugg. Und ich hatte das Gefühl, sie schien und strahlte nur für uns! Die letzten Runden lief ich in tiefer Dankbarkeit, aber auch Respekt vor meinem Team, dem Team-proWin-International. Wir waren gut, sehr gut, haben das Ziel erreicht!

Bravo Leute, super gemacht!

Jeder einzelne im Team hatte sich die Bestnote verdient, das Team als ganzes eine beachtliche Leistung erzielt.

Mein Endergebnis: 155,981 km, eine neue inoffizielle Bestmarke für Blindrunners.

Aber das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht, Freunde...